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Stundenlohn in Brutto-Gehalt umrechnen: So berechnen Sie Monats- und Jahresverdienst
Der gesetzliche Mindestlohn beträgt ab 1. Januar 2026 brutto 13,90 Euro pro Stunde.
Stundenlohn in Brutto-Gehalt umrechnen – so geht’s
Ob Sie ein Jobangebot bewerten, Ihre Gehaltsverhandlung vorbereiten oder einfach wissen möchten, wie viel Ihr Stundenlohn monatlich oder jährlich ausmacht – die Umrechnung von Stundenlohn in ein Brutto-Gehalt ist ein zentraler Schritt. In diesem Ratgeber erklären wir Ihnen die einfache Formel, zeigen aktuelle Werte aus offiziellen Quellen und gehen auf wichtige Unterschiede zwischen Brutto und Netto ein.
Die Formel für die Umrechnung
Die grundlegende Formel lautet:
Jahresbruttogehalt = Stundenlohn (brutto) × Wochenarbeitsstunden × 52
Monatsbruttogehalt = Jahresbruttogehalt ÷ 12
Die Annahme von 52 Wochen pro Jahr ist in Deutschland üblich, auch wenn manche Monate mehr oder weniger Arbeitstage haben. Bei einem verstetigten Monatsgehalt (gleichbleibend jeden Monat) wird diese Methode häufig verwendet. Der offizielle Mindestlohn-Rechner des BMAS basiert auf dem gleichen Prinzip.
Beispiel:
- Stundenlohn: 13,90 € (gesetzlicher Mindestlohn ab 2026)
- Wochenarbeitszeit: 40 Stunden
- Jahresgehalt: 13,90 × 40 × 52 = 28.912 € brutto
- Monatsgehalt: 28.912 ÷ 12 ≈ 2.409 € brutto
Passen Sie die Wochenstunden an Ihre tatsächliche Arbeitszeit an – bei Teilzeit (z. B. 20 Stunden) halbiert sich das Gehalt entsprechend.
Aktuelle Werte: Mindestlohn und Durchschnittsverdienste
Der gesetzliche Mindestlohn wird von der Mindestlohnkommission festgelegt und beträgt seit dem 1. Januar 2026 13,90 Euro brutto pro Stunde. Für 2027 ist eine weitere Erhöhung auf 14,60 Euro beschlossen. Arbeitgeber sind verpflichtet, mindestens diesen Betrag zu zahlen – Ausnahmen gelten nur für bestimmte Praktika oder Langzeitarbeitslose in den ersten Monaten.
Laut Statistischem Bundesamt (Destatis) lag der durchschnittliche Bruttostundenverdienst aller vollzeitbeschäftigten Arbeitnehmer im April 2025 bei 28,19 Euro. Die Spanne ist groß: Während Beschäftigte im Gastgewerbe im Schnitt 18,77 Euro verdienen, liegen die Stundenlöhne in der Informations- und Kommunikationsbranche bei über 36 Euro. Der Bruttomedianlohn für Vollzeitkräfte – also der Wert, unter dem die eine Hälfte und über dem die andere Hälfte liegt – beträgt rund 45.000 Euro brutto pro Jahr (entspricht etwa 21,63 €/h bei 40 Wochenstunden).
Diese Zahlen helfen Ihnen, Ihren eigenen Stundenlohn einzuordnen. Weitere Details zu Gehaltsstrukturen finden Sie in unserem Gehaltsdaten-Bereich.
Brutto oder Netto – worauf kommt es an?
Bei der Umrechnung von Stundenlohn in Monats- oder Jahresgehalt sprechen wir immer vom Bruttolohn. Das ist der Betrag, den Sie mit Ihrem Arbeitgeber vereinbaren und der im Arbeitsvertrag steht. Vom Bruttolohn werden noch Steuern (Lohnsteuer, ggf. Kirchensteuer, Solidaritätszuschlag) und Sozialversicherungsbeiträge (Kranken-, Renten-, Arbeitslosen- und Pflegeversicherung) abgezogen. Was übrig bleibt, ist Ihr Nettogehalt.
Die Höhe der Abzüge hängt von Ihrer Steuerklasse, Ihren Kinderfreibeträgen und Ihrem Wohnort ab. Eine grobe Faustregel: Bei einem Bruttogehalt von 2.500 bis 3.500 Euro monatlich bleiben netto etwa 60 bis 70 Prozent übrig. Für eine präzise Berechnung empfehlen wir einen Nettolohnrechner oder die Beratung durch Ihren Steuerberater.
Beachten Sie: Überstunden, Schichtzuschläge, Urlaubs- und Weihnachtsgeld sind in der einfachen Umrechnung nicht enthalten. Diese Sonderzahlungen erhöhen Ihr tatsächliches Jahreseinkommen, unterliegen aber oft eigenen steuerlichen Regelungen. Auch Zulagen (z. B. für Gefahren oder besondere Leistungen) müssen bei der Berechnung des effektiven Stundenlohns berücksichtigt werden – das BMAS weist in seinem Rechner ausdrücklich darauf hin.
Besonderheiten bei Teilzeit und Überstunden
Wenn Sie in Teilzeit arbeiten, ändert sich die Umrechnung entsprechend: Bei 20 Wochenstunden und einem Stundenlohn von 15 Euro ergibt sich ein Jahresbruttogehalt von 15 × 20 × 52 = 15.600 Euro (1.300 Euro monatlich). Viele Teilzeitkräfte haben einen geringeren Bruttolohn pro Stunde als Vollzeitkräfte – das ist nicht immer gerecht, aber rechtlich zulässig, solange der Mindestlohn nicht unterschritten wird.
Überstunden werden oft mit einem Zuschlag vergütet (z. B. 25 % oder 50 % auf den Stundenlohn). Diese Zuschläge sind steuer- und sozialversicherungsfrei, wenn sie bestimmte Grenzen nicht überschreiten. Für die Umrechnung Ihres regulären Gehalts sollten Sie Überstunden jedoch nicht einrechnen – sie sind variabel und nicht garantiert.
Fazit
Die Umrechnung von Stundenlohn in Brutto-Gehalt ist mit der einfachen Formel schnell erledigt. Entscheidend ist, dass Sie Ihre tatsächliche Wochenarbeitszeit kennen und die richtige Brutto-Basis verwenden. Vergleichen Sie Ihr Gehalt mit den offiziellen Durchschnittswerten von Destatis und dem Mindestlohn der Kommission. Unser Ratgeber bietet weitere Tipps zu Gehaltsverhandlungen und Arbeitsrecht.
Denken Sie daran: Der ausgewiesene Stundenlohn ist nur ein Teil des Gesamtpakets. Zusatzleistungen wie betriebliche Altersvorsorge, vermögenswirksame Leistungen oder flexible Arbeitszeiten haben ebenfalls einen Wert. Prüfen Sie daher immer den gesamten Vertrag und lassen Sie sich bei Unklarheiten beraten.
Häufige Fragen
Wie rechne ich meinen Stundenlohn in ein Monatsgehalt um?
Multiplizieren Sie Ihren Bruttostundenlohn mit Ihrer wöchentlichen Arbeitszeit und dann mit 52 (Wochen pro Jahr). Teilen Sie das Ergebnis durch 12, um das monatliche Bruttogehalt zu erhalten. Beispiel: Bei 13,90 €/h und 40 Wochenstunden ergibt sich ein Jahresgehalt von 13,90 × 40 × 52 = 28.912 € brutto, also etwa 2.409 € brutto pro Monat.
Was ist der Unterschied zwischen Brutto- und Nettogehalt?
Das Bruttogehalt ist der vertraglich vereinbarte Lohn vor Abzug von Steuern und Sozialversicherungsbeiträgen. Das Nettogehalt ist der Betrag, der Ihnen nach allen Abzügen auf dem Konto gutgeschrieben wird. Die Höhe der Abzüge hängt von Ihrer Steuerklasse, Ihren Freibeträgen und Ihrem Wohnort ab.
Welcher Stundenlohn ist in Deutschland aktuell üblich?
Der gesetzliche Mindestlohn beträgt seit 1. Januar 2026 brutto 13,90 € pro Stunde. Der durchschnittliche Bruttostundenverdienst für Vollzeitbeschäftigte lag im April 2025 bei rund 28,19 € (Statistisches Bundesamt). Der Medianlohn liegt bei etwa 45.000 € brutto im Jahr, was einem Stundenlohn von rund 21,63 € bei 40 Wochenstunden entspricht.
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