unterschied lohn und gehalt
Stundenlohn oder Monatsgehalt: Den Unterschied verstehen und richtig umrechnen
Der gesetzliche Mindestlohn beträgt ab 1. Januar 2026 13,90 € brutto pro Stunde. Bei einer 40-Stunden-Woche ergibt das ein verstetigtes Monatsgehalt von rund 2.403 € brutto und ein Jahresgehalt von etwa 28.832 € brutto.
Stundenlohn oder Monatsgehalt – was ist der Unterschied?
Viele Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer stehen vor der Frage: Bekomme ich einen Stundenlohn oder ein festes Monatsgehalt? Und wie vergleiche ich Angebote, die unterschiedlich ausgeschrieben sind? Der unterschied lohn und gehalt liegt vor allem in der Berechnungsgrundlage. Während der Lohn oft stunden- oder leistungsbezogen ist (z. B. 15 € pro Stunde), wird das Gehalt in der Regel als fester monatlicher Betrag vereinbart (z. B. 3.000 € brutto). Beides sind Formen des Arbeitsentgelts, aber die Umrechnung ist entscheidend, um Angebote fair zu vergleichen.
Stundenlohn in Monats- und Jahresgehalt umrechnen
Die Umrechnung von einem Stundenlohn in ein Monatsgehalt erfolgt mit einer einfachen Formel, die auf Ihrer vertraglichen Wochenarbeitszeit basiert. Die Standardannahme ist eine 40-Stunden-Woche, aber viele Verträge sehen auch 35, 38,5 oder 39 Stunden vor. Die Formel lautet:
Monatsgehalt (brutto) = Stundenlohn × Wochenstunden × 52 / 12
Das Ergebnis ist ein sogenanntes verstetigtes Monatsgehalt – es wird jeden Monat gleich gezahlt, auch wenn die Anzahl der Arbeitstage schwankt. Das BMAS bietet auf seiner Website einen Mindestlohn-Rechner an, der genau diese Berechnung durchführt. Für das Jahresgehalt multiplizieren Sie das Monatsgehalt mit 12 oder rechnen direkt: Jahresgehalt = Stundenlohn × Wochenstunden × 52.
Beispielrechnung mit aktuellem Mindestlohn
Seit dem 1. Januar 2026 gilt in Deutschland ein gesetzlicher Mindestlohn von 13,90 € brutto pro Stunde (laut Mindestlohnkommission und BMAS). Bei einer 40-Stunden-Woche ergibt sich:
- Monatsgehalt: 13,90 € × 40 × 52 / 12 = 2.402,67 € brutto
- Jahresgehalt: 13,90 € × 40 × 52 = 28.832 € brutto
Zum Vergleich: Der Mindestlohn 2025 lag bei 12,82 €/Std., was etwa 26.666 €/Jahr entspricht. Für 2027 ist eine Erhöhung auf 14,60 €/Std. beschlossen, dann läge das Jahresgehalt bei rund 30.368 €.
Was sagt der Durchschnitt?
Laut Statistisches Bundesamt (Destatis) lag der durchschnittliche Bruttostundenverdienst aller Beschäftigten im April 2025 bei 28,19 €. Der mittlere Bruttojahresverdienst (Median) von Vollzeitbeschäftigten betrug 2025 54.066 €. Das bedeutet, die Hälfte der Vollzeitbeschäftigten verdient mehr, die andere Hälfte weniger. Unser Ratgeber bietet weitere Einblicke in Gehaltsstrukturen.
Brutto vs. Netto – was bleibt übrig?
Alle genannten Werte sind Bruttobeträge. Was Sie netto ausgezahlt bekommen, hängt von Ihrer Steuerklasse, Kinderfreibeträgen, Kirchensteuer und den Sozialversicherungsbeiträgen ab. Eine grobe Faustregel: Bei Steuerklasse I und ohne Kirchensteuer bleiben etwa 60–70 % des Bruttos übrig. Für eine genaue Berechnung nutzen Sie am besten einen Brutto-Netto-Rechner. Beachten Sie auch, dass Überstunden, Schichtzulagen oder Sonderzahlungen (Weihnachtsgeld, Urlaubsgeld) in der einfachen Umrechnung nicht enthalten sind. Diese müssen separat betrachtet werden.
Warum der Unterschied wichtig ist
Wenn Sie ein Jobangebot mit Stundenlohn mit einem anderen mit Monatsgehalt vergleichen, rechnen Sie immer auf die gleiche Basis um. Ein Angebot mit 18 €/Std. bei 35 Stunden klingt vielleicht niedriger als 3.200 €/Monat bei 40 Stunden – tatsächlich liegt der Stundenlohn im zweiten Fall bei 18,46 €. Unser Rechner hilft Ihnen, solche Vergleiche schnell durchzuführen.
Besonderheiten bei Mindestlohn und Branchen
Der gesetzliche Mindestlohn gilt für fast alle Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer. Allerdings gibt es Branchen mit höheren Mindestlöhnen, etwa in der Pflege oder im Baugewerbe. Die Mindestlohnkommission überprüft regelmäßig die Höhe und orientiert sich dabei an der Tarifentwicklung und dem Referenzwert von 60 % des Bruttomedianlohns. Auch Praktikanten und Auszubildende fallen nicht immer unter den Mindestlohn – hier gelten Sonderregelungen.
Fazit
Der unterschied lohn und gehalt ist vor allem ein Unterschied in der Berechnungsweise. Mit der richtigen Umrechnung können Sie Angebote fair vergleichen und sicherstellen, dass Ihr Verdienst mindestens dem gesetzlichen Mindestlohn entspricht. Nutzen Sie die offiziellen Rechner von BMAS und die Daten des Statistischen Bundesamtes, um Ihre eigene Vergütung einzuordnen.
Weitere Informationen finden Sie in unserem Themen-Bereich oder auf der Seite Über uns.
Häufige Fragen
Was ist der Unterschied zwischen Lohn und Gehalt?
Im allgemeinen Sprachgebrauch wird 'Lohn' oft für eine Vergütung verwendet, die nach Arbeitsstunden oder erbrachter Leistung berechnet wird (z. B. Stundenlohn, Akkordlohn). 'Gehalt' bezeichnet dagegen eine feste monatliche Zahlung, die unabhängig von der tatsächlichen Stundenzahl ist. Rechtlich gesehen sind beide Formen Arbeitsentgelt und unterliegen denselben Regelungen wie Mindestlohn und Sozialversicherung. Der Unterschied liegt vor allem in der Berechnungsweise und der vertraglichen Gestaltung.
Wie rechne ich meinen Stundenlohn in ein Monatsgehalt um?
Die gängige Faustformel lautet: Monatsgehalt (brutto) = Stundenlohn × Wochenstunden × 52 / 12. Beispiel: Bei 13,90 €/Std. und 40 Wochenstunden ergibt sich 13,90 × 40 × 52 / 12 = 2.402,67 € brutto pro Monat. Diese Rechnung liefert ein verstetigtes Monatsgehalt, das jeden Monat gleich hoch ist. Für Jahresgehalt multiplizieren Sie das Monatsgehalt mit 12 oder direkt Stundenlohn × Wochenstunden × 52.
Welcher Bruttostundenlohn ist aktuell üblich?
Der gesetzliche Mindestlohn beträgt seit 1. Januar 2026 13,90 € brutto pro Stunde. Der durchschnittliche Bruttostundenverdienst aller Beschäftigten lag im April 2025 bei 28,19 € (laut Statistisches Bundesamt). Der mittlere Bruttojahresverdienst (Median) von Vollzeitbeschäftigten betrug 2025 rund 54.066 €, was einem Stundenlohn von etwa 26 € bei 40 Stunden/Woche entspricht. Die tatsächliche Höhe hängt stark von Branche, Beruf, Region und Berufserfahrung ab.
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